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Schachtalk mit Willeinhelm

Chess Tigers

Schachtalk #27 – Zwischen Social Media, Schachpolitik und Turnieralltag

Chess Personalities
In der 27. Folge des Schachtalk am Sonntag begrüßten Michael Busse und Jonathan „Jonny“ Carlstedt den populären Content Creator Willeinhelm, der mit seinen Videos auf TikTok, Instagram und YouTube inzwischen eine große Schach-Community erreicht. Das Gespräch spannte einen weiten Bogen: von der Frage, wie man heute online Sichtbarkeit gewinnt, bis hin zu aktuellen Schlagzeilen und persönlichen Erfahrungen aus dem Spitzenschach.

Reichweite entsteht nicht zufällig

Willeinhelm erklärte, wie Plattformen entscheiden, ob Inhalte sichtbar werden. Neue Videos starten mit einer kleinen Testgruppe; erst wenn Verweildauer und Reaktionen stimmen, werden sie schrittweise größer ausgespielt. So kann derselbe Clip viral gehen – oder fast untergehen.
Er sprach auch über den Aufwand hinter seinen Formaten: Produkttests und Reviews kosten oft mehrere Arbeitstage, manchmal eine ganze Woche. Finanziell lohne sich das selten: zehn bis fünfzehn Euro Werbeeinnahmen pro Video seien keine Seltenheit. Seine Haupteinnahmen entstehen über Affiliate-Links und Kooperationen. Inhaltlich konzentriert er sich bewusst auf Erfahrungen aus der Praxis – etwa Turnieratmosphäre, Produktvergleiche und Geschichten aus der Szene –, statt auf theoretische Eröffnungstiefe: „Andere können das besser.“

Was die Schachwelt bewegt

Die Runde widmete sich außerdem den wichtigsten Themen der letzten Zeit:

  • Mannschafts-Europameisterschaft: Das deutsche Herrenteam startete mit einer Niederlage gegen Dänemark. Besprochen wurden mögliche Ursachen – von Aufstellung über Tagesform bis zur Stärke des jungen dänischen Teams. Positiv lief der Auftakt der deutschen Frauen, die gegen Georgien siegten.


Die beiden deutschen Nationalmannschaften (Foto: Bernd Vökler/DSB)

  • Nakamuras Königswurf: Nach einem Sieg warf Hikaru Nakamura seinen König ins Publikum. Zwischen Showeffekt und Traditionsbruch sah die Runde beide Seiten: Aufmerksamkeit ja, aber Schach habe auch seine Kultur.
  • Schachpolitik in Deutschland: Diskutiert wurde der Abwahlantrag von fünf Landesverbänden gegen das aktuelle Präsidium des Deutschen Schachbundes. Unzufriedenheit und interne Konflikte prägen derzeit die Verbandsdiskussion.

Jonny nach einem schweren Turnier

Jonny selbst kam direkt von einem IM-Turnier in Oer-Erkenschwick zurück und sprach offen über seine Ergebnisse: viel Einsatz, wenig Punkte. Er nahm es sportlich, will analysieren und daraus lernen – ein realistischer Einblick in den Alltag von Profispielern.

Neues von den Chess Tigers

Am Ende ging es um anstehende Aktivitäten:

  • Seminare mit Jonathan Carlstedt, Arthur Jussupow und Michael Prusikin.

  • Das 19\. Internationale Deizisauer Herbstopen, das Ende Oktober stattfindet.
  • Und ein Hinweis für die Community: Wer Schachfans beschenken möchte, sollte sich rechtzeitig im Chess Tigers Shop umsehen.

Fazit

Die 27. Ausgabe des Schachtalk verband digitale Perspektiven mit aktuellen Debatten und persönlichen Geschichten. Willeinhelm zeigte, wie Contentproduktion im Schachbereich funktioniert und wie abhängig Reichweite von Plattformmechanismen ist. Gleichzeitig beleuchtete die Runde sportliche Herausforderungen, verbandspolitische Spannungen und die nächsten Highlights für Schachbegeisterte.

Zur Sendung auf YouTube: Willeinhelm im Schachtalk über Nakamuras Königswurf & Co. - YouTube